Homöopathische Arzneimittel

Schon Hippokrates behandelte im 5. Jahrhundert Cholerakranke mit Veratrum album (Weißer Germer). Hohe Dosen dieses Mittels führten bei Gesunden zu Durchfall. Bei Cholera wurde genau dieses Symptom geheilt. Auch Paracelsus im 16. Jhd. glaubte, dass Bestandteile von Pflanzen und Metallen sich als Heilmittel eignen. Seine Lehre ging als Signaturenlehre in die Medizingeschichte ein.

Hahnemann testete, nach seinem Zufallsbefund mit der Chinarinde, immer mehr Mittel aus. Alle während dieser Zeit auftretenden Symptome wurden genauestens dokumentiert. Dieses bildet die Grundlage für den Steckbrief des Arzneimittels. Zusätzlich enthalten die Steckbriefe auch Ergebnisse aus pharmakologischen und toxikologischen Untersuchungen sowie therapeutische Erfahrungen am Patienten. Diese Arzneimittelbilder dienen dem homöopathisch arbeitenden Therapeuten zur Behandlung der Patienten. Die für die Auswahl des Arzneimittels erforderlichen, auf den einzelnen Patienten bezogenen, Informationen liefert die ausführliche homöopathische Anamnese.

Das individuelle Krankheitsbild des Patienten wird nun mit den dokumentierten Arzneimittelbildern verglichen, um das Mittel zu finden, das einen möglichst ähnlichen Krankheitszustand erzeugen kann. Eine homöopathische Behandlung kann für den Therapeuten sehr zeitintensiv sein und ein umfangreiches Literaturstudium für jeden einzelnen Patienten erfordern. Dafür wird ein Symptomenverzeichnis (Repertorium) benutzt. Hier sind die einzelnen Mittel mit ihrem Steckbrief beschrieben.

Homöopathische Arzneimittel wirken vorbeugend wie auch heilend. Sie sind ungiftig und unschädlich für den Organismus. Sie aktivieren und stärken die Selbstheilungskräfte des Körpers. Die Wirkung der homöopathischen Arzneimittel kann durch alle Einflüsse gestört werden, die auch unsere Gesundheit stören. Dazu gehören alle allgemein schädigenden Faktoren in der Lebensweise, Reiz- und Genussmittel.